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Entlarvt: Die 50 häufigsten Internetmythen und warum sie falsch sind

Entlarvt: Die 50 häufigsten Internetmythen und warum sie falsch sind

Das Internet ist in aller Munde. Doch bewegen wir uns nicht alle in Filterblasen und lesen nur noch Falschnachrichten? Lassen wir uns von Bots die Meinung vorgeben? Sind Datenmonopole nicht mehr zu brechen? Und ist der globale Süden endgültig abgehängt? Nein, nein, nein – und nein. Und dennoch sind „Internetmythen“, also falsche Vorstellungen von der Wirkung und Wirklichkeit des Internets und internetbasierter Kommunikation, sehr populär.
Ein neuer Sammelband räumt auf mit falschen Vorstellungen über das Internet und fasst zusammen, was wir wirklich über die Onlinewelt wissen. Die Herausgeber Matthias C. Kettemann und Stephan Dreyer, Forscher vom Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI) in Hamburg, haben internetbezogene Mythen gesammelt. 50 davon entlarven sie in einem Buch, das am 27.11.2019 auf dem Internet Governance Forum in Berlin vorgestellt wurde.

Wie oft lesen wir in Zeitungen, dass wir allen Echokammern leben, Kriminelle online nicht verfolgt werden können oder Staaten ihr Recht nicht im Internet durchsetzen können. Stimmt das wirklich?

PD Dr. Matthias C. Kettemann und Dr. Stephan Dreyer haben sich als „Mythbusters“ betätigt: „Wir haben gemerkt, dass wir ständig mit falschen Vorstellungen über das Internet konfrontiert sind. In Gesprächen mit Akteurinnen und Akteuren aus Politik, Journalismus oder im Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern“, sagen die Herausgeber. „Das wollten wir ändern!“

Mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie begaben sich die Forschungsprogrammsprecher auf die Suche nach den 50 wirkmächtigsten Mythen und baten 50 Expertinnen und Experten aus Amerika, Afrika, Asien und Europa, den Forschungsstand zu diesen diesen Mythen in knapper Form darzulegen und damit zu enzaubern.

„Besonders freut uns“, so die Herausgeber, „dass unser Buch auf Englisch und auf Deutsch erscheint und dass die Mythen sowie deren Auflösung in alle UNO-Sprachen übersetzt wurden“. Die Kurzfassungen sind also auch auf Russisch, Arabisch, Chinesisch, Spanisch und Französisch verfügbar. Cover BUSTED!

Konzipiert als wichtiger Beitrag zum konstruktiven Diskurs über die Herausforderungen der Zukunft des Internets, enthält das Buch 50 faktenbasierte, anschauliche und praktisch erläuterte „Internetwahrheiten“ – als starkes Gegenstück zu den Mythen.

Präsentiert wurde der Band am 27. November 2019 im Rahmen des Internet Governance Forums 2019 (IGF 2019), der weltgrößten UN-Internetkonferenz. Die Präsentation kann hier nacherlebt werden: https://youtu.be/yXHPK-_WRh8. Auf der Konferenz wurde das Buch zudem als Give-Away an alle Besucherinnen und Besucher verteilt. 

Die Inhalte sind online verfügbar unter

sowie als PDF zum Download (Englische Version).

Kettemann, M.C.; Dreyer, S.; (Hrsg.) (2019): Stimmt's? Die 50 häufigsten Internetmythen auf dem Prüfstand. Hamburg: Verlag Hans-Bredow-Institut

Kettemann, M.C.; Dreyer, S.; (Hrsg.) (2019): Busted! The Truth about the Most Common Internet Myths. Hamburg: Verlag Hans-Bredow-Institut (pdf)


Photo by Geniene Powell on Unsplash
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Projektbeschreibung

Auf Deutsch und Englisch verfasst, ist es im Rahmen des Internet Governance Forums (IGF) präsentiert worden, um als kreatives und wertiges Giveaway im Rahmen des IGF eine solide Diskussionsgrundlage zu vermitteln und in Prozessen der Desinformation zu uintervenieren. Organisatorenseitig kann es multimedial nutzbar gemacht werden (online, Print), um wichtige Mythen mit Bezug zu den drei zentralen Themen des IGF wirkmächtig zu entkräften.

Das Internetmythen-Buch trägt auch bei zur Konturierung der wichtigen Rolle von Deutschland und Berlin als Orte der Produktion, Systematisierung und Differenzierung, Vernetzung und Vermittlung von Internetforschung auf globalen Niveau.

Mit diesem Buch können die Organisatoren des IGF 2019 in Berlin eine wichtige Wegmarke in Richtung eines faktenbasierten Diskurses über die wahren Herausforderungen der Zukunft des Internets setzen.

Aufbau des Buches

Inhaltsverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis
Vorworte / Einführung der Herausgeber
50 Beiträge, wobei die drei Themen des IGF, ergänzt um den Bereich „Rights and Rules“ als strukturierende Kapitel für das Buch dienen:
  • Rights and Rules: Normen und normative Erwartungen, die unser Online-Handeln strukturieren und rechtfertigen 
  • Inclusion: Fragen des Zugangs und der gleichberechtigten Teilhabe an der Digitalisierung sowie ihrer partizipativen Gestaltung 
  • Data Governance: die technischen, rechtlichen und organisatorischen Aspekte des Umgangs mit und dem Austausch von Daten
  • Security and Safety: Fragen des Datenschutzes, der Datensicherheit und des Schutzes von Menschen, Ressourcen und Infrastrukturen im digitalen Zeitalter 

Beiträge

Erfahrene Autor*innen stellen einen Mythos vor (z.B.: “Im Internet gilt kein Recht”; “Wir haben die Hoheit über unsere Daten längst verloren”, “Der Globale Süden ist für immer digital abgehängt”, “Wir leben alle in Filterblasen”), zeigen welche empirischen Studien diesen widerlegen (mit Verweis auf eine Primärquelle, die nach Möglichkeit Open Source ist) und beschreiben, wie sich die Situation wirklich darstellt.
 
Der Aufbau ist bei jedem Beitrag gleich:
  1. Mythos in 50 Worten mit Beispielsartikel/Zitat
  2. Auflösung in ca 350 Worten unter Verweis auf eine (im Idealfall) Open Source Quelle (Peer-reviewte Untersuchung; Urteil)
  3. Fazit in 50 Worten - wie sollte es besser heißen.

Autorinnen / Autoren und Vorgehen

Das Leibniz-Institut für Medienforschung, an dem die Herausgeber arbeiten, ist integrierter Partner des Alexander von Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft. Dieses ist Gründungsinstitut des Global Network of Internet and Society Research Centers (NoC), eines globalen Netzwerks von Zentren der Internetforschung. Neben Gesprächen mit Netzwerken der deutschen Forschungscommunity haben die Herausgeber in einem ersten Schritt die Forscher*innen dieses Netzwerks kontaktiert und um Vorschläge für Internetmythen gebeten.
 
Diese wurden dann in einer Online-Datenbank gesammelt und in einem nächsten Schritt unter Nutzung von Online-Tools priorisiert und final ausgewählt. Schon dieser Prozess schaffte einen gewissen „Buzz“. In allen Phasen wurde besonderes Augenmerk auf die Präsenz von Forscher*innen aus nichteuropäischen Zentren, wie Südamerika, Afrika, dem arabischen Raum und Asien gelegt werden, um eine globale Relevanz der Mythen und repräsentative Autor*innenbeteiligen sicherzustellen, wobei dieselben Kriterien genutzt werden, wie sie für IGF-Panelvorschläge relevant waren.

Infos zum Projekt

Überblick

Laufzeit: 2019-2019

Forschungsprogramm:
FP2 - Regelungsstrukturen und Regelbildung in digitalen Kommunikationsräumen

Drittmittelgeber

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Kooperationspartner

Ansprechpartner

PD Mag. Dr. Matthias C. Kettemann, LL.M. (Harvard)
Senior Researcher "Regelungsstrukturen und Regelbildung in digitalen Kommunikationsräumen"

PD Mag. Dr. Matthias C. Kettemann, LL.M. (Harvard)

Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)
Rothenbaumchaussee 36
20148 Hamburg

Tel. +49 (0)40 45 02 17 36
Fax +49 (0)40 45 02 17 77

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