In seinem englischsprachigen Beitrag „From Standards and Codes to Sociotechnical Ecosystems“ in der Zeitschrift für Geistiges Eigentum (Intellectual Property Journal) beschreibt Dr. Tobias Mast, wie die EU-Rechtsetzung im Digitalen Binnenmarkt klassische Vorstellungen von Ko-Regulierung (Regulierte Selbstregulierung) aufgreift und zugleich grundlegend verändert. Statt sich vor allem auf privat gesetzte Verhaltenskodizes und Standards zu stützen, schafft sie ein ganzes regulatorisches Ökosystem aus privater Normsetzung, Durchsetzung und Streitbeilegung.

Durch die komplexen Wechselwirkungen verschwimmen die Grenzen zwischen öffentlichem und privatem Recht. Um beurteilen zu können, ob diese Form der Regulierung wirksam und angemessen ist, muss man das gesamte Zusammenspiel aller Beteiligten betrachten.
In seinem Artikel plädiert Tobias Mast deshalb für ein erweitertes Verständnis von „Ko-Regulierung“ und untersucht ihre Grundlagen, ihre aktuelle Ausgestaltung im Digitalen Binnenmarkt sowie die daraus entstehenden rechtlichen und konzeptionellen Folgen.
Englisches Abstract
EU legislation under the Digital Single Market builds on earlier concepts of co-regulation but fundamentally reshapes them. Rather than focusing on technical standards and codes of conduct, it establishes regulatory ecosystems of private actors and public bodies interacting through dependencies and antagonisms, requiring a holistic perspective on effectiveness and proportionality. Co-regulation blurs public/private law boundaries and creates complex checks and balances. The article advocates a broader understanding of co-regulation by examining its factual and normative framework, current manifestations in the Digital Single Market, and conceptual implications.
Mast, Tobias: From Standards and Codes to Sociotechnical Ecosystems. Co-Regulation in the EU’s Digital Single Market. (2026). Zeitschrift für Geistiges Eigentum / Intellectual Property Journal (18/2026), 88-120. https://doi.org/10.1628/zge-2026-0004