Überall nur noch Künstliche Intelligenz?

Im Medienpodcast „Nach Redaktionsschluss“ des Deutschlandfunks diskutiert Tech-Journalistin und Mercator-Fellow Svea Eckert, warum Künstliche Intelligenz (KI) aktuell in den Medien so präsent ist. Das Format greift Fragen aus dem Publikum auf. In dieser Folge hat Hörer Sven Lindroth das Gefühl, es gehe überall nur noch um KI und fragt: „Werden in der aktuellen Berichterstattung vielleicht zu viele Themen in den KI-Topf geworfen?“ In der Sendung diskutiert er darüber mit Host Pia Behme, Svea Eckert und Marcus Richter, Moderator des Deutschlandfunk-Magazins für Digitalkultur „Breitband“, auf das Lindroth kritisch Bezug nimmt. Svea Eckert untersucht aktuell als Gastwissenschaftlerin am HBI, wie Medien über KI berichten und wo guter Journalismus über KI aktuell noch an Grenzen stößt.

Hier geht es zur Podcastfolge.

Muster der KI-Berichterstattung

Hörer Sven Lindroth berichtet, dass ihn KI-Berichterstattung meist wenig überrasche: „KI-Berichte sind oft nicht die, an die ich mich hinterher erinnern kann.“ Dafür hat Svea Eckert eine Erklärung: Es gebe zurzeit deutliche, wiederkehrende Muster in der Berichterstattung. Das dominante Narrativ der KI-Berichterstattung sei abstrakt und übernehme Frames der Wirtschaft – an die man sich nicht gut erinnern kann. Für Zuhörer*innen oft interessanter sei sogenannte „AI in particular“-Berichterstattung, die an Beispielen und Anwendungen in der Praxis ausgerichtet ist. Gerade wenn von Neuheiten berichtet werde, brauche es immer einordnenden Kontext. Aus journalistischer Sicht sei es allerdings gar nicht so einfach, den dominanten abstrakten Narrativen zu widerstehen – gerade, weil die Berichterstattung oft durch Hypes getrieben werde und es in vielen Redaktionen an entsprechender Expertise fehle.

Was nennen wir eigentlich Künstliche Intelligenz?

In der Diskussion zeigt sich auch: KI wird in der Berichterstattung aktuell als Sammelbegriff verwendet, der alles oder nichts bedeuten kann, anstatt die unterschiedlichen Technologien zu benennen, die dahinterstecken, von Large Language Models über Agenten bis hin zu generativer KI. Auch in unserem Alltag – selbst in der Zahnarztpraxis – wird inzwischen mit dem Einsatz von KI geworben, ohne genauer zu erklären, was damit gemeint ist. Der Wunsch nach stärkerer Differenzierung wurde sowohl vom Hörer geäußert als auch im Rahmen der Workshops, die Svea Eckert mit Journalist*innen durchgeführt hat. Denn nicht alles, was als KI bezeichnet wird, ist dasselbe. Und genau diese fehlende Differenzierung kann zum Gefühl einer allgegenwärtigen KI-Berichterstattung beitragen – bis hin zu einem gefühlten „KI-Burnout“, den der Hörer im Podcast erwähnt.

Zum Thema passend: Der Beitrag Hype vs. Doom: Wie gelingt differenzierte KI-Berichterstattung? auf unserem Media Research Blog.

Bild: Svea Eckert

Letzte Aktualisierung: 02.09.2026

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