Warum meiden immer mehr Menschen Nachrichten, obwohl sie sich grundsätzlich für das Weltgeschehen interessieren? Mit dieser Frage beschäftigt sich der NDR Info Beitrag vom 19. Juli 2026. Julia Behre forscht am HBI zur Mediennutzung in digitalen Medienumgebungen und ordnet das Phänomen der Nachrichtenvermeidung wissenschaftlich ein. Der Beitrag war Teil der NDR Fernsehsendung „DAS! Rote Sofa“ vom 19. Juli.
Hier geht’s zum Beitrag auf NDR Info: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/das_rote_sofa/news-avoidance-nachrichtenvermeidung-hat-stark-zugenommen,dasrotesofa-2728.html
Hier geht es zur kompletten Sendung „DAS! Rote Sofa“ vom 19. Juli 2026: https://www.ardmediathek.de/video/das-rote-sofa/tagesthemen-moderator-joerg-schoenenborn-auf-dem-roten-sofa/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS9wcm9wbGFuXzE5NjM4Mjg2Ml9nYW56ZVNlbmR1bmc
Julia Behre erläutert, dass die aktive Nachrichtenvermeidung seit einigen Jahren zugenommen hat. Besonders stark sei dieser Anstieg während der Corona-Pandemie ausgefallen. Ein Grund sei der starke monothematische Fokus der Berichterstattung gewesen. Aktuell vermeiden 72 Prozent der deutschen Online-Bevölkerung Nachrichten zumindest gelegentlich. Als häufigsten Grund nennen die Befragten, dass Nachrichten ihre Stimmung negativ beeinflussen.
Diese Ergebnisse stammen aus dem Reuters Institute Digital News Report 2026, der am 16. Juni erschienen ist und für dessen deutsche Teilstudie Julia Behre mitverantwortlich ist.
Auf die Frage, ob mehr positive Nachrichten eine Lösung sein könnten, verweist Julia Behre auf einen differenzierteren Ansatz. Nicht ausschließlich positive Nachrichten seien entscheidend, sondern eine konstruktive und lösungsorientierte Form der Berichterstattung. Sie könne dazu beitragen, Hoffnung und Selbstwirksamkeit zu vermitteln.
Bild: Screenshot, mit KI bearbeitet