Hamburg, 27.08.2026. Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert interdisziplinäres Kooperationsprojekt des Leibniz-Instituts für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI) und des Weizenbaum-Instituts zum Vertrauen Jugendlicher in Informationen und Institutionen.
Wie beeinflussen digitale Medien das Vertrauen junger Menschen in Informationen und ihre demokratische Teilhabe? Dies untersucht das neue DFG-geförderte Forschungsprojekt „SETA – Schutz des epistemischen Vertrauens von Jugendlichen: Konzeptionelle Ansätze und Policy-Optionen“. Das interdisziplinäre Team des Leibniz-Instituts für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI) und des Weizenbaum-Instituts erhält dafür rund 600.000 Euro über 36 Monate. Das Projekt ist Teil des DFG-Schwerpunktprogramms „Rethinking Disinformation (Re:Dis)“. SETA steht für den englischen Projekttitel „Safeguarding Epistemic Trust in Adolescents“.
Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die Frage, wie Jugendliche Vertrauen in verlässliche Informationen entwickeln, wie Desinformation diesen Prozess beeinflusst und welche Verantwortung der Staat beim Schutz des sogenannten epistemischen Vertrauens trägt – die Fähigkeit, verlässlichen Informationsquellen zu vertrauen und auf dieser Grundlage an demokratischen Debatten teilzunehmen. Dazu befragt das Forschungsteam Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren und entwickelt auf Grundlage der Ergebnisse Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis, die junge Menschen stärken, ohne ihre Meinungs- und Informationsfreiheit einzuschränken.
„Junge Menschen müssen lernen, sich in einer digitalen Informationswelt zurechtzufinden, in der glaubwürdige Informationen und irreführende Inhalte oft unmittelbar nebeneinanderstehen. Wir wollen besser verstehen, wie Vertrauen in Informationen und Institutionen entsteht oder erodiert und was Jugendliche benötigen, um sich ein selbstbestimmtes Urteil bilden zu können,“ erläutert Prof. Dr. Judith Möller, Co-Projektleiterin SETA und Wissenschaftliche Direktorin des HBI.
„Der Schutz junger Menschen vor Desinformation ist eine demokratische Herausforderung und eine entscheidende Frage für die Zukunft unserer Demokratie. Wir untersuchen, welche Verantwortung der Staat dabei trägt und wie Schutzmaßnahmen ausgestaltet sein müssen, damit sie wirksam sind und zugleich die Grundrechte junger Menschen wahren“, sagt Dr. Clara Iglesias Keller, Co-Projektleiterin SETA und Leiterin der Forschungsgruppe „Technik, Macht, Herrschaft“ am Weizenbaum-Institut.
Das interdisziplinäre Projekt verbindet rechtswissenschaftliche, kommunikationswissenschaftliche und demokratietheoretische Forschung. Gemeinsam mit Vertreter*innen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft entwickelt das Forschungsteam einen wissenschaftlich fundierten Rahmen, um wirksame Schutzmaßnahmen für Jugendliche von staatlicher Überregulierung abzugrenzen und daraus konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Kontakt für Rückfragen
Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)
Dr. Wiebke Schoon
w.schoon@leibniz-hbi.de
Weizenbaum-Institut
Jasmine Ait-Djoudi
jasmine.ait-djoudi@weizenbaum-institut.de
Information zum Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)
Seit 1950 erforscht das Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut den Medienwandel und die damit verbundenen strukturellen Veränderungen öffentlicher Kommunikation. Medienübergreifend, interdisziplinär und unabhängig verbindet es Grundlagenwissenschaft und Transferforschung und schafft so problemrelevantes Wissen für Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Im Jahr 2019 wurde das Institut in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen. Mehr unter https://leibniz-hbi.de/
Informationen zum Weizenbaum-Institut
Das 2017 gegründete Weizenbaum-Institut erforscht die Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung auf unsere Gesellschaft. Seine Forschungsthemen reichen von Künstlicher Intelligenz und Plattformökonomie über digitale Demokratie und Nachhaltigkeit bis zu Fragen von Sicherheit, Teilhabe und Gerechtigkeit im digitalen Wandel. Es trägt mit seinen Handlungsempfehlungen dazu bei, dass die digitale Transformation nachhaltig, selbstbestimmt und verantwortungsvoll gestaltet wird. Das Weizenbaum-Institut wird von einem Verbund aus sieben Partnern getragen, dem die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Technische Universität Berlin, die Universität der Künste Berlin, die Universität Potsdam, das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) angehören. Finanziert wird das Institut vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und dem Land Berlin. Es hat seinen Standort in Berlin.
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