Was kann und darf KI leisten?

Welcher Text stammt von einer KI? Journalismusforscherin Antonia Eichenauer war zu Gast bei radio3 (rbb) und sprach mit Moderatorin Katja Weber über ein Experiment des Medienhauses Correctiv: Im Newsletter „Spotlight“ konnten Leser*innen eine Woche lang raten, welcher Text von einer KI und welcher von Chefredakteurin Annette Dowideit verfasst worden war. Außerdem sollten sie bewerten, welche Version ihnen besser gefiel. Das Ergebnis: Die Leser*innen konnten die Texte nicht immer zuverlässig unterscheiden. Teilweise lagen sogar Kolleg*innen aus der Redaktion mit ihren Einschätzungen falsch.

Auch bei der Frage, ob KI-generierte Texte grundsätzlich als schlechter oder besser wahrgenommen werden, fiel die Antwort nicht eindeutig aus. Antonia Eichenauer überrascht das nicht. Im Projekt „Journalismus: Die Automatisierung der Nachrichten und journalistische Autonomie“ beschäftigt sie sich mit KI im Journalismus und weiß um die Überzeugungskraft KI-generierter Texte.

Was bedeutet das nun aber für den Journalismus? Ihre Einschätzung: Wird der Einsatz von KI nicht transparent gemacht, kann das der Glaubwürdigkeit von Journalist*innen und Medienmarken schaden. Wenn das Publikum den Eindruck bekommt, ihm werde etwas „untergejubelt“, leidet das Vertrauen. Gerade deshalb werde es künftig noch wichtiger, so Antonia Eichenauer, dass Journalist*innen belegen können, dass sie selbst recherchiert und Ereignisse tatsächlich vor Ort beobachtet bzw. erfahren haben – und so die Rolle von Zeug*innen übernehmen.

Für das Experiment hat die Künstliche Intelligenz „Lumo“ des Anbieters Proton die Texte generiert und dafür ausschließlich auf frühere Texte Dowideits zurückgegriffen.

Foto: Antonia Eichenauer

 

Letzte Aktualisierung: 15.07.2026

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