Sascha Hölig über seine Arbeit zur Selbstverpflichtungserklärung des ZDF

Medienforscher Dr. Sascha Hölig ist Sachverständiger des ZDF-Fernsehrats und hat diesen bei der Umsetzung der in der Selbstverpflichtungserklärung des ZDF festgelegten Qualitätsziele zwei Jahre lang begleitet. Innerhalb des Teams hat er sich hauptsächlich mit den Messinstrumenten des ZDF Kompass, ihren Potenzialen und Grenzen befasst. In einem Interview, erschienen im Newsletter des ZDF-Fernsehrats, zieht er ein Fazit.

„Ich fand unsere Arbeit ausgesprochen interessant und auch herausfordernd. Bei der Vielzahl an aus dem ZDF KOMPASS vorliegenden Kennzahlen war es mitunter nicht ganz leicht, den Überblick zu bewahren, welche Aussagekraft mit den eingesetzten Messinstrumenten verbunden ist und wie sie sich eignen, das Erreichen der Ziele aus der SVE treffend einzuordnen. Die heterogene Zusammensetzung unseres Teams war dabei sehr hilfreich und es hat Freude gemacht, sich in dieser Konstellation mit dem Zusammenspiel aus gesetzgeberischen Vorgaben, ihrer Übersetzung in SVE-Ziele sowie einer belastbaren empirischen Überprüfung auseinanderzusetzen. Ich hoffe, unsere Arbeit konnte dem Fernsehrat ein Stück weit helfen, das Erreichen oder Nicht-Erreichen der Ziele einzuschätzen.“

Aus Sascha Höligs Sicht spiegelten die fünf formulierten Kernziele für 2025/2026 den vom Gesetzgeber formulierten Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gut wider. Den Vorgaben des § 31 Abs. 2 Medienstaatsvertrag folgend und gemäß § 3 Abs. 4 der ZDF-Satzung veröffentlicht das ZDF alle zwei Jahre einen Bericht über die Erfüllung seines Auftrages, über Qualität und Quantität seiner Angebote sowie die geplanten Schwerpunkte vorgesehener programmlicher Leistungen (sog. Selbstverpflichtungserklärung).

Sascha Hölig persönlich findet Kernziel 1 „Das ZDF informiert mit Fakten“ und Kernziel 3 „Das ZDF beleuchtet Hintergründe und hilft, Zusammenhänge zu verstehen“ am interessantesten. Bei beiden gehe es darum, ob es dem ZDF gelinge, das Vertrauen der Nutzenden aufrechtzuerhalten bzw. zu gewinnen, um als am besten geeignete Quelle wahrgenommen zu werden, wenn man die Welt verstehen wolle. Dies sei ein entscheidender Punkt, in dem sich das ZDF als journalistischer Akteur positiv von der Vielzahl anderer Inhalteanbieter abgrenzen und einen deutlichen Mehrwert für sein Publikum generieren könne.

Hinsichtlich der Neuerungen bei den Messgrößen, sagte Hölig, ihm sei unter anderem aufgefallen, dass vor dem Hintergrund des angesprochenen Vertrauens als Messgrößen ganz allgemein das „Vertrauen in die Berichterstattung“ und die „Zustimmung zur Glaubwürdigkeit“ genannt würden. Aus seiner Sicht sei dies eine etwas pauschale Herangehensweise, bei der eine sensiblere Betrachtung hilfreich sein könne. Die Glaubwürdigkeit von Fakten sei ein wichtiger Aspekt, wenn es um Vertrauen in die journalistische Leistung gehe, doch gehörten auch andere Faktoren dazu, zum Beispiel, welche Fakten überhaupt ausgewählt oder wie diese journalistisch eingeordnet würden. Erkenntnisse zu dieser erweiterten Betrachtung von Vertrauen könnten sicher sowohl mit Blick auf die Einschätzung der Zielerreichung gewinnbringend sein als auch als strategischer Wissensgewinn für Entscheider.

Hier geht es zum vollständigen Interview.

Letzte Aktualisierung: 31.03.2025

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