2023 bis 2025 waren anspruchsvolle und zugleich gedeihliche Jahre. Die Forschungsleistung war beachtlich, der gesellschaftliche Impact beträchtlich. Einen kleinen Einblick in unsere Tätigkeiten bietet dieser Jahresbericht.
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Aus dem Vorwort „Evaluation, Wachstum, Geburtstag und ein neues Gebäude“
Der in diesem Bericht beschriebene Zeitraum 2023 bis 2025 war für das Institut außergewöhnlich dicht. In diesen drei Jahren hat das Institut eine Evaluation durchlaufen und seine „Strategische Erweiterung“ erfolgreich eingeworben – beides Prozesse, die 2023 und 2024 erhebliche Energie gebunden haben und das Institut zugleich strategisch auf eine neue Grundlage gestellt haben. Judith Möller wurde auf eine gemeinsame Professur berufen und trat im März 2025 als Mitglied in den Vorstand ein – eine personelle Weichenstellung, die in diesen Jahren vorbereitet wurde und das Institut inhaltlich wie strukturell stärkt. Und 2025 feierte das Institut schließlich seinen 75. Geburtstag (mehr dazu ab S. 46). Die Grundidee der Nachkriegsgründung hat dabei nichts an Gültigkeit verloren: dass neue Medien – damals der Rundfunk – für Gesellschaft und Demokratie so bedeutsam sind, im Guten wie im Bösen, dass sie kontinuierlicher wissenschaftlicher Begleitung bedürfen. Was sich verändert hat, ist die Geschwindigkeit, mit der neue Medien entstehen und wirken – und damit auch die Anforderungen an ein Institut, das diesen Wandel erforschen will.
Vor allem 2025 hat uns allerdings auch einiges abverlangt: Wir haben umgebaut, nicht nur räumlich, sondern auch, was Strukturen und Prozesse angeht — und das alles gleichzeitig, ohne dabei den Forschungsbetrieb ruhen zu lassen. Beginnen wir mit dem Sichtbarsten: Das Institut hat nach vielen produktiven Jahren die Rothenbaumchaussee 36 verlassen. Es fällt nicht leicht, Abschied zu nehmen von einem Ort, an dem so vieles entstanden ist – grundlegende Forschung zur Transformation öffentlicher Kommunikation, wegweisende Arbeiten zu Regelungsstrukturen im digitalen Raum, das Postdoc- Kolleg, der Eintritt in die Leibniz-Gemeinschaft. Gerade weil das Institut in den vergangenen Jahren so konsequent seine Aktivitäten ausgebaut hat, wurden die Räume an der Rothenbaumchaussee irgendwann zu eng – nicht nur im Wortsinn, sondern auch mit Blick auf agile Arbeitsformate, die für eine zeitgemäße Forschung erforderlich sind.
Der Weg in die neuen Räume war kein gerader. Zwischen Auszug und Einzug in die Warburgstraße 30 B gab es eine fünfmonatige Durststrecke: Ein Teil des Instituts arbeitete mobil, ein anderer Teil war im betahaus am Gänsemarkt, einem Co-Working-Space, untergebracht. Was manch einem als Provisorium erscheinen mochte, zeigte, was das Institut ausmacht – die Bereitschaft, sich auf Veränderung einzulassen, und die Fähigkeit, auch unter ungewohnten Bedingungen konzentriert zu arbeiten. Am 1. Dezember war es dann so weit: Der Einzug in die Warburgstraße gelang komplett nach Plan. Dafür gebührt allen, die diesen Prozess koordiniert und begleitet haben, großer Dank. Die Unterstützung der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung und letztlich der Hamburger Steuerzahler*innen, die sich in dem Gebäude manifestiert, sind uns ein Ansporn.
Parallel zum Umzug hat das Institut seine innere Struktur grundlegend erneuert. Aus drei Forschungsprogrammen und einem Lab sind zwei forschende Programmbereiche und ein serviceorientierter Programmbereich geworden. Diese Neustrukturierung war kein Selbstzweck, sondern Ausdruck einer strategischen Weiterentwicklung: Die Forschung soll noch stärker vernetzt, noch profilierter und noch wirkmächtiger werden – für die Wissenschaft ebenso wie für Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Damit verbunden war ein Umbau der Leitungsstrukturen, der durch umfangreiche Qualifizierungsprozesse begleitet wurde.
Das Institut ist sehr dankbar für die Unterstützung der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Freien und Hansestadt Hamburg, des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt, der Mitglieder des Kuratoriums und des Wissenschaftlichen Beirats.
Wolfgang Schulz, im April 2026