Kinder- und Jugendmedienschutz ist heute aus verschiedenen Gründen zu einer wachsenden Herausforderung geworden. Während sich die digitale Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen rasant verändert, ist der rechtliche Rahmen komplex und vielfach verschachtelt. Zwischen verfassungsrechtlichen Schutzpflichten, Jugendschutzgesetzen, Medienstaatsverträgen, Aufsichtspraxis und europäischer Digitalregulierung entsteht ein Feld, das nur schwer zu überblicken ist.
In seinem Sachbuch nimmt Dr. Stephan Dreyer diese Strukturen systematisch auseinander. Er beschreibt, wie Kinder und Jugendliche digitale Medien tatsächlich nutzen, ordnet Chancen und Risiken ein und zeigt, welche Instrumente der Jugendmedienschutz in Deutschland und Europa zur Verfügung hat. Zugleich macht er sichtbar, wo der bestehende Rechtsrahmen an seine Grenzen stößt: bei neuen Geschäftsmodellen, globalen Plattformen, datengetriebenen Angeboten und technischen Entwicklungen, die klassische Schutzmechanismen unterlaufen.
Besonders im Fokus stehen die Fragen, was das Recht im digitalen Raum leisten kann, wo es strukturell überfordert ist und welche Rolle andere Bausteine wie Medienbildung, elterliche Verantwortung und technische Gestaltung spielen. Damit verbindet das Buch Themen, die sonst oft getrennt verhandelt werden, und bietet eine Gesamtschau auf die rechtliche Begleitung des Aufwachsens in digitalen Medienumgebungen – als Einstieg in den Jugendmedienschutz der digitalen Gesellschaft und als Orientierung für alle, die in Praxis, Verwaltung, Politik oder Wissenschaft mit dem Thema befasst sind.

Dreyer, Stephan (2026): Kein Kinderspiel. Jugendmedienschutz in der digitalen Gesellschaft. Stuttgart: Kohlhammer Verlag.
Zur Verlags-Website