Gefährliche Abwärtsspirale. Studien zur Lage des Journalismus in Deutschland

Cover des Artikels von Anna von Garmissen vom 10.1.2026 im Medienportal epd Medien: "Gefährliche Abwärtsspirale. Zur Lage des Journalismus in Deutschland"Wie steht es um den Journalismus in Deutschland? Anna von Garmissen erläutert in ihrem Artikel für epd Medien drei aktuelle Studien zur Situation von Journalistinnen und Journalisten in Deutschland. Die Erkenntnisse, so Anna von Garmissen, machen nachdenklich und sollten uns zusammengenommen alle alarmieren.

In ihrem Artikel bezieht sie sich auf folgende drei Studien, die jeweils unterschiedliche Aspekte der journalistischen Arbeit beleuchten:

  • Die Studie „Journalismus unter Druck“ (Open Access), geleitet von Prof. Dr. Wiebke Loosen unter Mitwirkung von Anna von Garmissen am HBI, untersucht die Arbeitsbedingungen in den Redaktionen. Sie zeigt zum einen, dass sich das journalistische Berufsfeld insgesamt als wenig lukrativ erweist. Gleichzeitig sind die Anforderungen durch die Digitalisierung deutlich gestiegen: Crossmediales Arbeiten ist zur Regel geworden. Die zunehmende Arbeitsverdichtung führt zu wachsendem Zeitdruck und in der Folge wachsendem Stress. Besorgniserregend ist zudem, dass 59 Prozent der befragten Journalist*innen bereits Ziel von erniedrigenden oder hasserfüllten Äußerungen wurden.
  • Die nicht repräsentative Studie „Burning (out) for Journalism“ (Open Access), unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Hanitzsch an der Ludwig-Maximilians-Universität München, untersucht die gesundheitlichen Belastungen von Medienschaffenden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Befragten im Hinblick auf negativen Stress, psychisches Wohlbefinden und das Risiko mentaler Erkrankungen schlechter abschneiden als der Bevölkerungsdurchschnitt. Fast zwei Drittel der Befragten gaben zudem an, bereits über einen Ausstieg aus dem Journalismus nachgedacht zu haben.
  • Die Studie „Ausstieg aus dem Journalismus“ (€) von Jana Rick an der Ludwig-Maximilians-Universität München beschäftigt sich mit den Gründen, die bedingen, dass Journalist*innen ihren Beruf verlassen.
    Ricks Arbeit zeigt, dass der Ausstieg auf ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren zurückzuführen ist – darunter der strukturelle Wandel des Journalismus, schlechte Arbeitsbedingungen und niedriges Einkommen.

Vor diesem Hintergrund resümiert Anna von Garmissen: „Die Erkenntnisse zum Zustand des Journalismus sollten […] nur in Fachkreisen verbleiben, sondern eine breite gesellschaftliche und politische Aufmerksamkeit erlangen und Handlungsdruck entfalten – im Interesse einer gut informierten Gesellschaft.“

Überblick

Erscheinungsdatum

10.01.2026

Art der Publikation

  • sonstige Publikation
  • Sonstiges

Projektbezug:

Journalismus unter Druck

Forschungsprogramm:

FP 1 Transformation öffentlicher Kommunikation

Beteiligte Personen:

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