Leonie Wunderlich weiß, wie Jugendliche und junge Erwachsene es mit Influencern halten. Im BredowCast erzählt sie Johanna Sebauer von einer Studie, die junge Menschen zu ihren Nutzungsmotiven befragte.
Was ein „Influencer“ eigentlich ist, darüber ist sich die Wissenschaft noch nicht einig. Leonie Wunderlich wollte in der „Use-the-News“-Studie u. a. herausfinden, wie Jugendliche selbst den Begriff „Influencer“ definieren. Influencer sind in den Augen der Jugendlichen vor allem jene, die mit Werbung ihr Geld verdienen. „Die Perspektive der Jugendlichen hat einfach gefehlt im wissenschaftlichen Diskurs über diese Personengruppe“, sagt Leonie Wunderlich, Co-Autorin der Studie.
In der qualitativen Studie ging es aber nicht nur um Influencer. Sie stellen nur eine Untergruppe sogenannter „Social Media Content Creators“ dar, womit alle gemeint sind, die Inhalte auf Social Media zur Verfügung stellen. Auch die Angebote vieler weiterer Akteurinnen und Akteure im Netz erfüllen bestimmte Bedürfnisse junger Menschen und dienen auch der politischen Meinungsbildung.
Vier verschiedene Typen von „Social Media Content Creators“ haben die Befragten genannt, bei denen mal eine oder mehrere Personen im Fokus stehen, mal, Themen bzw. Inhalte.
Nutzungsmotive
Welche Motive haben Jugendliche und junge Erwachsene, bestimmten Social-Media-Persönlichkeiten zu folgen? Sechs verschiedene Motive konnte die Studie ausmachen. Sie reichen von Unterhaltung über das Herstellen sozialer Nähe bis zum Vermitteln von Inspiration, Orientierung und Wissen oder der Befähigung, mitreden zu können. Junge Erwachsene mit vorrangigem Bedürfnis nach Wissen wenden sich stärker inhaltefokussierten Angeboten zu, während Jugendliche eher zu personenfokussierten Kanälen neigen, von denen sie sich Identifikation und Orientierung versprechen.
Dabei sehen auch die befragten Jugendlichen Influencer durchaus kritisch, etwa wenn es um die Frage der Unabhängigkeit bei werbefinanzierten Anbietern geht oder um die Kompetenz, wenn sich reichweitenstarke Social-Media-Persönlichkeiten zu komplexen politischen Sachverhalten äußern.