BRC061 Wie wird man Medienrechts-Forscher*in?

Dr. Stephan Dreyer ist Medienrechts-Forscher. In dieser BredowCast-Folge erzählt er, wie er zu einem solchen geworden ist.

Dass aus ihm später kein schlitzohriger Anwalt würde, war Stephan schon als junger Student klar. Während seines ersten Praktikums in einer Kanzlei musste er feststellen, dass „Anwälte dazu da sind, sich zu streiten. Ich mag Streit aber nicht besonders“, sagt er. „Lieber diskutiere ich über gemeinsame Lösungen.“

Dann also Forschung. In diese rutschte er eher zufällig, und zwar über das HBI. Auf der Suche nach einem Studentenjob bewarb sich Stephan zunächst für eine Stelle als IT-Admin. Damals in den Neunzigern brannte er für alles, was mit Computern und dem Internet zu tun hatte, und programmierte bereits selbstständig Websites. Als HBI-Direktor Wolfgang Schulz beim Bewerbungsgespräch überrascht feststellte, dass Stephan Jura studierte, stellte er ihn kurzerhand als rechtswissenschaftliche Hilfskraft ein. Diese Arbeit machte ihm so viel Freude, dass er fortan immer weniger Zeit in den Hörsälen der rechtswissenschaftlichen Fakultät und immer mehr am HBI verbrachte.

Gute Leute im Medienrecht gefragt

Der Weg in die Wissenschaft sei kein typischer für einen Juristen, sagt Stephan. Das Jurastudium sei eigentlich darauf ausgelegt, Studierende für juristische Berufe, also Anwält*in, Richter*in, Notar*in etc., zu befähigen. Forscher*innen bringe es nur wenige hervor, obwohl es für sie durchaus Bedarf gebe, insbesondere im Bereich Medienrecht. Jura-Studierenden, die sich gegen eine „klassische“ Jurist*innenkarriere entscheiden, rät Stephan daher, sich zu überlegen, ob das Medienrecht nicht etwas für sie sei. „In diesem Bereich werden wir in Zukunft sehr viele, sehr gute Leute brauchen.“

Verweise

Zur BredowCast-Folge 58: „Wie wird man Medienforscherin?“ mit Prof. Dr. Wiebke Loosen

Gastgeberin

Letzte Aktualisierung: 28.10.2026

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