Welche Auswirkungen hat Nachrichtenvermeidung auf die Zugehörigkeit zu verschiedenen Öffentlichkeiten und auf politische Partizipation? Und inwiefern tragen diese Dynamiken zur Fragmentierung von Öffentlichkeiten bei? Diese Studie untersucht die Auswirkungen verschiedener Praktiken der Nachrichtenvermeidung auf die individuelle Öffentlichkeitsanbindung (Public Connection).
Im Fokus steht die Frage, inwiefern verschiedene Arten der Nachrichtenvermeidung – etwa ein dauerhaft niedriger Nachrichtenkonsum oder das selektive Vermeiden bestimmter Themen in der Nachrichtenberichterstattung – politische Partizipation in Deutschland beeinträchtigen oder sogar fördern können. Darüber hinaus untersucht die Studie, welche Rolle die Zugehörigkeit zu spezifischen Themenöffentlichkeiten, die sich durch ein gemeinsames Interesse an einem bestimmten Themenbereich (z. B. Sport, Umwelt) kennzeichnen, dabei spielt. Damit baut die Studie auf das am HBI entwickelte Konzept der Public Connection Repertoires auf.
In Kooperation mit GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften analysiert die Studie Daten aus dem GESIS Panel.dbd Digital Behavioral Data Sample, eine Kombination aus Web-Tracking-Daten und Befragungsdaten. Die integrative Kombination von digitalen Verhaltensdaten mit Selbstauskünften ermöglicht es, eventuelle Verzerrungen in Umfragedaten auszugleichen und gewährleistet somit eine umfassendere Messung von individuellen Praktiken der Nachrichtenvermeidung. Auf diese Weise möchte die Studie nicht nur einen wertvollen Beitrag zum Forschungsstand zu den individuellen Praktiken und Auswirkungen der Nachrichtenvermeidung leisten, sondern auch methodische Ansätze der Forschung zu digitaler Nachrichtennutzung weiterentwickeln.
Bild: KI-generiert