Podcasts: Akteure, Inhalte und Desinformation

Mit der wachsenden Bedeutung auditiver Medien wie Podcasts steigen auch die Risiken von Mis-, Mal- und Desinformation. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Verbundprojekt „Systematische Observation von neuen auditiven Risiken“ (SONAR) untersucht die Angebotsstruktur auditiver Online-Medien und entwickelt Verfahren zur Erkennung entsprechender Narrative und Manipulationsstrategien.

Hintergrund

Podcasts und längere Diskussionsformate sind im deutschsprachigen Raum quer durch Alters- und Bildungsgruppen zu einem zentralen Informations- und Unterhaltungsmedium geworden. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass sich Desinformation nicht nur über Social-Media-Posts, sondern zunehmend auch über auditive Formate verbreitet. Eine zusätzliche Dynamik entsteht durch neue KI-Werkzeuge, mit denen sich Sprachbeiträge (bis hin zu synthetischen Stimmen) schnell, günstig und in großer Menge produzieren lassen.

Bislang fehlt ein systematischer Überblick darüber, wer die deutschsprachige „Audio-Öffentlichkeit“ prägt, welche Narrative dort zirkulieren und wie sich potenziell schädliche Inhalte über Zeit und Plattformen ausbreiten.

Projektvorhaben

SONAR untersucht in Kooperation mit der HAW Hamburg grundlegend die Angebotsstruktur auditiver Online-Medien und entwickelt Verfahren, um explizite und implizite Narrative von Mis-, Mal- und Desinformation sowie Manipulationsstrategien in Audioformaten zu erkennen.

Ziel ist es, Grundlagen für eine evidenzbasierte Einordnung auditiver Desinformationsrisiken zu legen. Diese kann als Wissensbasis für Wissenschaft, Journalismus/Faktencheck, Regulierung und Medienbildung dienen.

Methodik

Methodisch verbindet SONAR qualitative Medienanalyse mit skalierter, computergestützter Auswertung. Im Projekt wird ein großes Korpus auditiver Inhalte aufgebaut. Innovativ ist insbesondere die multimodale Perspektive: Nicht nur Transkripte, sondern auch auditive Merkmale wie Intonation, Sprechtempo oder paralinguistische Signale (z. B. Lachen, Rollenwechsel) werden als Hinweise auf Kommunikationsstrategien ausgewertet.

Logo "Gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt"

Projektdetails

Überblick

Laufzeit Beginn: 2026; Laufzeit Ende: 2029

Forschungsprogramm: Media Research Methods Lab

Beteiligte Personen

Kooperationspartner

  • HAW Hamburg

Ansprechpartner

Gregor Wiedemann

Dr. Gregor Wiedemann

Senior Researcher Computational Social Sciences

Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)
Warburgstraße 30b
20354 Hamburg

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