Die Geschichte des Hessischen Rundfunks in der Nachkriegszeit

Im Vorfeld des 80. Gründungsjubiläums des Hessischen Rundfunks (hr) im Januar 2029 arbeitet Dr. Hans-Ulrich Wagner die Entstehung des hr wissenschaftlich auf. Der Fokus richtet sich dabei speziell auf unternehmensgeschichtliche, personal- und programmpolitische Entscheidungen im Kontext der Nachkriegszeit.

Der Hessische Rundfunk wurde am 28. Januar 1949 als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt lizensiert und trat die Nachfolge des bis dahin in der amerikanischen Zone tätigen Senders Radio Frankfurt an. Vor diesem Hintergrund behandelt die Studie insbesondere folgende Schwerpunkte:

  • die politischen Rahmenbedingungen in der sich im Betrachtungszeitraum konstituierenden Bundesrepublik,
  • den historischen Kontext der Gründung vor dem Hintergrund von Erfahrungen aus der Rundfunkgeschichte in der nationalsozialistischen Diktatur,
  • Kontinuitäten zum Rundfunk im NS-Staat,
  • den Umgang mit den Themen Nationalsozialismus und Holocaust in hr-Programmen der Frühzeit,
  • die Positionierung der neuen Rundfunkanstalt im gesellschaftlichen und politischen Kontext in Hessen und in der jungen Bundesrepublik.

In der wissenschaftlichen Untersuchung wird der Umgang mit der NS-Vergangenheit einzelner Akteure ebenso thematisiert wie Fragen nach Eigentumsübergängen aus dem Bestand der liquidierten Reichsrundfunkgesellschaft (RRG).

Ausgehend von den unternehmensgeschichtlichen und personalpolitischen Entwicklungen und Entscheidungen bei Radio Frankfurt während der US-amerikanischen Besatzungszeit (1945-1949), wird das Kräftefeld beleuchtet, in dem sich der Hessische Rundfunk als junges öffentlich-rechtliches Medienunternehmen positionieren musste. Die Studie untersucht die vielfältigen Handlungen, die die Mitarbeitenden in allen Bereichen des Senders – in den Organen (Intendant, Rundfunkrat, Verwaltungsrat), in der Verwaltung, im Justitiariat, in der Technik sowie in den Programmabteilungen von Hörfunk und Fernsehen – unternahmen. Kritisch zu beurteilende Entscheidungen speziell auf dem Gebiet des Personals, der Finanzen und der Geschäftsbeziehungen sollen herausgearbeitet werden.

Die Studie zielt auf eine umfassende, auf gründliche Dokumentenrecherchen basierende und unabhängig verfasste Geschichte des Hessischen Rundfunks in der Nachkriegszeit. Diese Geschichte umfasst die Zeit von 1949 bis Anfang der 1960er Jahre. Ihr Ziel ist es, vor dem Hintergrund der sich wandelnden bundesrepublikanischen Gesellschaft und den Entwicklungen in der Medienlandschaft dieser Zeit die spezifische Rolle und Bedeutung des Hessischen Rundfunks als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt für die öffentliche Kommunikation im Bundesland Hessen sowie in der Bundesrepublik Deutschland sowie für die Demokratisierung der deutschen Gesellschaft nach dem Ende des Zweiten Welt­krieges aufzuzeigen.

Bild: Hans Bredow (links) im Gespräch mit dem Intendanten des hr, Eberhard Beckmann | © hr

Projektdetails

Überblick

Laufzeit Beginn: 2026; Laufzeit Ende: 2028

Programmbereich: PB 1 Gesellschaftliche Funktionen von Kommunikation und Medien

Forschungsgruppe: Mediengeschichte

Beteiligte Personen

Drittmittelgeber

Hessischer Rundfunk

Studentische Hilfskräfte:

Kontakt

Dr. Hans-Ulrich Wagner

Dr. Hans-Ulrich Wagner

Leiter Forschungsgruppe Mediengeschichte

Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)
Warburgstraße 30 B
20354 Hamburg

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